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Photovoltaik

PV-Anlage 2026: Lohnt sich das noch?

Die Einspeisevergütung schrumpft jedes Halbjahr — und trotzdem war Photovoltaik selten so attraktiv wie heute. Der Grund steckt nicht im Einspeisen, sondern im Selbst-Verbrauchen. Die ehrliche Rechnung mit echten Angebotspreisen statt Werbeprospekt.

Stand: 4. September 2026Lesezeit: 9 Min.Alle Zahlen mit Quelle

Photovoltaikanlage auf einem roten Ziegeldach eines Wohnhauses
Acht Module auf dem Dach — ob sich das rechnet, entscheidet der Eigenverbrauch. Foto: ell brown (CC BY) · Quelle
14.100 €
kostet eine 10-kWp-Anlage schlüsselfertig (Median echter Angebote)
VZ NRW, 08/2026
7,70 ct
Einspeisevergütung je kWh (Teileinspeisung ≤ 10 kWp)
BNetzA, 08/2026
~950 kWh
Jahresertrag je kWp — typischer Rechenwert
Fraunhofer ISE
6–14 ct
Gestehungskosten je kWh Solarstrom vom eigenen Dach
Fraunhofer ISE

Was kostet PV 2026 wirklich?

Die Verbraucherzentrale NRW hat 71 echte Angebote von Januar 2025 bis August 2026 ausgewertet — keine Listenpreise, sondern das, was Handwerksbetriebe tatsächlich aufrufen. Das Ergebnis zeigt vor allem eins: Größe lohnt sich.

Schlüsselfertige PV-Anlagen: Preis je Kilowatt-Peak nach Anlagengröße (71 reale Angebote)
AnlagengrößePreis je kWpBeispiel Gesamtkosten
4–6 kWp2.090 €5 kWp ≈ 10.450 €
>6–8 kWp1.820 €
>8–9 kWp1.520 €
>9–10 kWp1.410 €10 kWp ≈ 14.100 €
>10–12 kWp1.290 €
>12–14 kWp1.240 €
>14–16 kWp1.220 €15 kWp ≈ 18.300 €
>16 kWp1.010 €

Beim Ertrag ist Deutschland verlässlicher als sein Ruf: Fraunhofer ISE nennt als typischen Rechenwert für kleine Anlagen 950 kWh pro kWp und Jahr (Standortunterschiede ±10 %). Eine 10-kWp-Anlage liefert also rund 9.500 kWh — mehr als das Doppelte des Verbrauchs eines 4-Personen-Hauses.

Die Kernlogik: Selbst verbrauchen schlägt einspeisen

Seit August 2026 bekommst du für eingespeisten Strom 7,70 ct/kWh (Teileinspeisung bis 10 kWp; Volleinspeiser: 12,22 ct). Selbst verbrauchter Strom ersetzt dagegen Netzstrom für rund 37 ct/kWh — jede selbst genutzte Kilowattstunde ist also fast fünfmal so viel wert wie eine eingespeiste:

Selbst verbraucht ≈ 37 ct/kWh gespart Eingespeist 7,70 ct/kWh vergütet Wert je Kilowattstunde Solarstrom · Netzstrompreis: BDEW-Durchschnitt 2026 · Vergütung: BNetzA, Stand 08/2026
Darum entscheidet der Eigenverbrauch über die Rendite — nicht die Einspeisung. Eigene Darstellung; Quellen: BDEW, Bundesnetzagentur.

Ohne Speicher schaffen Haushalte laut Fraunhofer ISE typischerweise 20–40 % Eigenverbrauch — der Rest fließt zum kleinen Tarif ins Netz. Genau hier setzen zwei Hebel an: Verbrauch in die Sonnenstunden verschieben (Spülmaschine, Waschmaschine, E-Auto, Warmwasser) und ein Batteriespeicher.

Wichtig zu wissen

Die im Solarpaket I vorgesehene Erhöhung der Volleinspeiser-Vergütung um 1,5 ct/kWh ist laut Bundesnetzagentur noch nicht beihilferechtlich genehmigt — rechne also nicht mit ihr. Und: Der Vergütungssatz bei Inbetriebnahme gilt dann 20 Jahre fest; die halbjährliche Degression von −1 % trifft nur Neuanlagen. Ab 2027 könnten neue Regeln gelten (Verbraucherzentrale) — wer 2026 baut, sichert sich die heutigen Konditionen.

Speicher: ja, aber richtig dimensioniert

Speicherpreise sind deutlich gefallen: je nach Größe 360–510 € pro kWh (Auswertung VZ NRW, 08/2026; die Verbraucherzentrale nennt inkl. Installation 300–700 €/kWh, „Tendenz fallend"). Ein Speicher hebt die Autarkie im typischen Einfamilienhaus von 25–30 % auf bis zu 70 % — und ist laut Verbraucherzentrale inzwischen „fast immer wirtschaftlich sinnvoll". Die Faustregel zur Größe: 1,5 kWh Speicher je 1.000 kWh Jahresverbrauch; Lebensdauer 10–15 Jahre. Überdimensionieren lohnt nicht — die letzten Speicherkilowattstunden werden selten gefüllt.

Die ehrliche Modellrechnung

Klar gekennzeichnet als Modellrechnung (eigene Berechnung, alle Annahmen offen — dein Fall kann abweichen):

Modellrechnung: 10-kWp-Anlage ohne Speicher, Inbetriebnahme 2026 — eigene Berechnung
Positionvorsichtigtypisch
Investition (VZ-NRW-Median)14.100 €14.100 €
Jahresertrag (900 / 950 kWh je kWp)9.000 kWh9.500 kWh
Eigenverbrauch (25 % / 30 %) × Strompreis (35 / 37 ct)788 €1.055 €
Einspeisung (Rest × 7,70 ct)520 €512 €
Betriebskosten (1,5 % der Investition, ISE: 1–2 %)−212 €−212 €
Jährlicher Vorteil≈ 1.096 €≈ 1.355 €
Amortisation≈ 12,9 Jahre≈ 10,4 Jahre

Bei über 20 Jahren Modullebensdauer bleiben nach der Amortisation viele Jahre mit vierstelligem jährlichem Vorteil — und die Stromgestehungskosten von 6–14 ct/kWh (Fraunhofer ISE) liegen weit unter jedem Netzstrompreis. Steigt der Eigenverbrauch (Speicher, E-Auto, Wärmepumpe), wird die Rechnung besser; individuell und wissenschaftlich fundiert rechnet das der Unabhängigkeitsrechner der HTW Berlin.

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Häufige Fragen

Wie schnell amortisiert sich eine PV-Anlage 2026?

In unserer Modellrechnung nach etwa 10–13 Jahren (10 kWp, ohne Speicher) — bei über 20 Jahren Lebensdauer. Mehr Eigenverbrauch verkürzt die Zeit spürbar.

Ist die Einspeisevergütung sicher?

Der Satz bei Inbetriebnahme gilt 20 Jahre fest. Die −1 %-Degression je Halbjahr betrifft nur Neuanlagen. Die Solarpaket-Erhöhung um 1,5 ct für Volleinspeiser ist dagegen noch nicht genehmigt — nicht einplanen.

Brauche ich einen Batteriespeicher?

Meist ja: 360–510 €/kWh, Autarkie bis 70 %, laut Verbraucherzentrale „fast immer wirtschaftlich sinnvoll". Faustregel: 1,5 kWh je 1.000 kWh Jahresverbrauch — nicht überdimensionieren.

Wie groß sollte die Anlage sein?

So groß wie das Dach sinnvoll hergibt: Der kWp-Preis fällt von ~2.090 € (kleine Anlagen) auf ~1.010 € (>16 kWp). Oberhalb von 10 kWp sinkt die Vergütung für den überschüssigen Teil leicht auf 6,66 ct — das ändert die Logik nicht.