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Heiztechnik
„Im Altbau funktioniert das nicht" — kaum ein Satz hält sich hartnäckiger. Das Fraunhofer ISE hat jahrelang echte Anlagen in echten Bestandsgebäuden vermessen. Das Ergebnis widerspricht dem Stammtisch deutlich.

Das Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme (ISE) hat im Projekt „WPsmart im Bestand" 56 Wärmepumpen in bewohnten Bestandsgebäuden über Jahre vermessen — 57 % der Häuser Baujahr 1979 oder älter, überwiegend nur teilsaniert, mit einem mittleren Heizwärmeverbrauch von 110 kWh/m²a. Also genau die Häuser, um die es in der Altbau-Debatte geht.
Die zwei wichtigsten Befunde:
Die Jahresarbeitszahl (JAZ) sagt, wie viele Kilowattstunden Wärme eine Wärmepumpe aus einer Kilowattstunde Strom macht. Ab JAZ 3 gilt eine Anlage laut Verbraucherzentrale als effizient:
Bemerkenswert: Die Anlagen liefen überwiegend mit normalen Heizkörpern — die mittlere Heizkreistemperatur lag bei 36,9 °C, die maximalen Vorlauftemperaturen im Mittel bei 43,6 °C. Eine Fußbodenheizung ist hilfreich, aber keine Voraussetzung.
Die Effizienz entscheidet über die Wirtschaftlichkeit: Laut Verivox-Analyse heizt eine Wärmepumpe mit JAZ 4 rund 41 % günstiger als Gas — mit JAZ 2,7 sind es nur noch 13 %. Eine schlecht geplante Anlage frisst den Vorteil auf. Deshalb: Fachplanung, hydraulischer Abgleich und ggf. einzelne größere Heizkörper einpreisen.
Eine Luft-Wasser-Wärmepumpe im Einfamilienhaus kostet laut co2online 2026 rund 22.500 € inklusive Einbau, Speicher und Pumpe — vor Förderung. Die BEG-Heizungsförderung (KfW 458) übernimmt je nach Boni 30 bis 70 %; bei z. B. 55 % Zuschuss bleiben etwa 10.100 € Eigenanteil. Details zur Förderung nach der Juli-Reform →
Im Betrieb liegt die Wärmepumpe klar vorn (Heizspiegel-Prognose für das Abrechnungsjahr 2025, 130-m²-EFH):
| Heizung | Kosten/Jahr | vs. Wärmepumpe |
|---|---|---|
| Wärmepumpe | 1.265 € | — |
| Holzpellets | 1.455 € | +190 € |
| Fernwärme | 2.005 € | +740 € |
| Erdgas | 2.070 € | +805 € |
| Heizöl | 2.180 € | +915 € |
Dazu kommen zwei strukturelle Vorteile: Wärmepumpenstrom-Tarife lagen Mitte 2025 bei rund 26,7 ct/kWh (Verivox-Analyse) — deutlich unter Haushaltsstrom — und über § 14a EnWG gibt es zusätzlich Netzentgelt-Rabatte von grob 110–190 €/Jahr (Modul 1; Angabe aus Sekundärquelle, vor Vertragsabschluss beim Netzbetreiber prüfen). Und: Auf Strom fällt kein CO2-Preis an, auf Gas und Öl schon — Tendenz steigend.
Ja — der Fraunhofer-Feldtest maß in überwiegend teilsanierten Häusern (57 % Baujahr bis 1979) Jahresarbeitszahlen von im Mittel 3,1 (Luft-Wasser) bzw. 4,1 (Erdreich). Entscheidend ist die Vorlauftemperatur, nicht das Baujahr.
Nein. Die Feldtest-Häuser verbrauchten im Median 110 kWh/m²a — teilsaniert genügt oft. Gezielte Einzelmaßnahmen (Heizkörper, Abgleich, Geschossdecke) bringen mehr als Abwarten.
Rund 22.500 € inkl. Einbau im EFH (co2online) — vor Förderung. Mit 30–70 % BEG-Zuschuss sinkt der Eigenanteil erheblich, im Beispiel mit 55 % auf ~10.100 €.
Nein — die Feldtest-Anlagen liefen überwiegend mit Heizkörpern (mittlere Heizkreistemperatur 36,9 °C, maximaler Vorlauf im Mittel 43,6 °C).